Podiumsdiskussion in Berlin: „Klasse Frau – Zum Stand feministischen Kämpfens“

Klasse Frau – Zum Stand feministischen Kämpfens

Die zweite Frauenbewegung, die ihren Ausgangspunkt gegen Ende der 60er Jahre in den USA und in Europa hatte, war in ihrer politischen Wirksamkeit für viele Bereiche des privaten wie des öffentlichen Lebens in Deutschland prägend: Patriarchale Familienstrukturen und Erziehungsmethoden wurden aufgebrochen, das Verhältnis zum eigenen Körper enttabuisiert, der (insbesondere weibliche) Körperr als ein Feld von Schönheitsidealen und von Gesundheitsdoktrinen geprägten Normierungen und Disziplinierungen hinterfragt. Überhaupt wurden Körper und Kleidung, die Sexualität und die Ernährung als ein politisches Kampffeld der Geschlechter und ideologisches Machtinstrument entlarvt. In vielen Bemühungen, angefangen von autonomen Kinderläden über selbstorganisierte Arbeits-, Lese- und Menstruationskreise, Massendemonstrationen gegen den Paragraph 218 bis hin zu militanten Untersuchungen von Erzieherinnen wurde der Versuch unternommen, eine Bewegung für ein gemeinsames Leben aller Menschen zu schaffen, das nicht maßgeblich bestimmt ist durch männliche Dominanzkulturen und sexuelle Bipolarität und die Mechanismen ökonomischer Verwertbarkeit. Typisch weiblich konnotierte Tätigkeitsfelder wie das Gebären, die Ernährung, das Liebe-geben und die Sorgearbeit sollten aus der Zone des Privaten befreit und als gesellschaftliches Verhältnis in die Verantwortung aller gelegt werden.

Doch was ist aus diesen feministischen Kämpfen von damals geworden? Welchen Geschlechterbildern sitzen eventuell auch heute vermeintlich fortschrittlichere und emanzipierte Lebensentwürfe von Frauen noch auf und welche konnten sie hinter sich lassen? Auf welcher Verlagerung von Ausbeutungsverhältnissen beruht die Emanzipation der Frau im Westen? Was ändert sich gerade im Bereich der klassischen Fürsorge-Berufe? Welche neue Rolle spielen dabei neue, oft prekäre Anstellungsverhältnisse von Frauen und von Männern? Welche Rolle spielt die Verlagerung von klassischer Fürsorge aus der Familie heraus und das Ausweitung des Sektors der Care-Ökonomie? Was ändert sich an dem Selbstverständnis von Frauen und dem gesellschaftlichen Verständnis von Familie und dem sozialen Miteinander im Kapitalismus, wenn die emanzipierte westliche Frau von Leihmutterschaft profitiert, von einer Au pair-Wirtschaft, von Haushälterinnen im Niedriglohnsektor, von Pflege- und Kurheimen in Osteuropa und in Südostasien? Kurzum: Was sind die Felder feministischer Kämpfe heute? Dieser Frage wollen wir mit den eingeladenen Frauen nachgehen und gemeinsam diskutieren.

Mit:
Sarah Speck (Sozialwissenschaftlerin, kitchen politics, Mitherausgeberin von „Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist – Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten“),

Nina Scholz (Autorin, Journalistin und Mitherausgeberin des HATE-Magazin) und

Prof. Ilse Lenz (Soziologin, Bochum)

Moderation: TOP B3rlin

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung von Helle Panke – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, und TOP B3RLIN. Mit Unterstützung des SO36.“

Hier geht´s zum Veranstaltungslink auf FB.

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